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Euregio-Realschule Kranenburg: ein Vorzeigeprojekt
Schon im dritten Jahr verfolgt eine kleine Schule in Kranenburg einen Ansatz, den es entlang der deutsch-niederländischen Grenze nirgendwo sonst gibt: Die Euregio-Realschule ist konsequent zweisprachig. Das gilt nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer und andere Mitarbeiter. „Wir verfolgen damit das CLIL-Konzept (Content and Language Integrated Learning, Anm. d. Red.). Wir bieten alle Möglichkeiten einer nordrhein-westfälischen Realschule, darüber hinaus deckt die Erprobungsstufe (Jahrgangsstufe 5/6) den Unterricht der Gruppen 7 und 8 einer niederländischen Grundschule und anschließend die Mittelstufe der Realschule wiederum die Unterstufe einer HAVO ab“, erklärt Schulleiter Ulrich Falk.

Nach der 9. Klasse können die Schüler in die Oberstufe der niederländischen Partnerschule HAVO Notre Dame Des Anges in Ubbergen wechseln oder nach einem weiteren Schuljahr den Realschulabschluss erreichen und von dort in die Sekundarstufe II der Partnerschule in Kleve, das Berufskolleg des Kreises Kleve (BKK), wechseln. Die Kooperationen sind schriftlich vereinbart, die jeweiligen Ansprechpartner stehen in regelmäßigem Kontakt. Gegenstand der Kooperationen sind Begegnungen der Kollegien sowie Projekte der Schüler an den jeweils anderen Schulen.

Basis für künftige grenzüberschreitende Schulprojekte
„Ziel dieses bisher im deutsch-niederländischen Kontext einmaligen Schulprojektes ist es, wesentliche Grundlagen zur Durchlässigkeit und Transparenz der beiden Schulformen und -systeme, Realschule und HAVO, auf formaler und inhaltlicher Ebene zu erarbeiten. Dazu gehören Transparenz in Bezug auf Curricula, Prüfungen, Abschlüsse, Anerkennung von Schulabschlüssen sowie Berufsqualifikation von Lehrpersonen an weiterführenden Schulen auf beiden Seiten der Grenze“, führt Falk weiter aus. Diese Grundlagen können als Basis für künftige binationale, bilinguale Schulprojekte im deutsch-niederländischen Kontext dienen.

Die Euregio-Realschule Kranenburg bietet ein umfassendes Ganztagsangebot. Im gebundenen Ganztag sind alle Schüler – im Schuljahr 17/18 voraussichtlich 50 – an drei Tagen von 8 bis 15 Uhr anwesend. Darüber hinaus besteht an allen Tagen bis 16 Uhr die Option einer pädagogischen Übermittagsbetreuung sowie ergänzende Ganztags- und Betreuungsangebote.

Ein typischer Tagesablauf
Schulleiter Ulrich Falk skizziert einen typischen Tagesablauf: „Zur Rhythmisierung im gebundenen Ganztag gehört der Start des Schultages in einer Lernzeit, gefolgt von jeweils drei Blöcken Fachunterricht á 90 Minuten. In der Mittagspause von 45 Minuten können Schüler und Lehrer gemeinsam ein warmes Mittagessen oder mitgebrachte Mahlzeiten einnehmen. Außer Dienstags schließt jeder Tag mit einer individuellen Lernzeit ab. Betreuungsangebote, wie erlebnispädagogische, sportliche und musikalische Aktivitäten, die über unterrichtliche Aspekte hinausgehen, beschließen die Schultage um 16 Uhr.“

Die Lernzeiten sind über die Wochenpläne eng mit dem Fachunterricht verknüpft. Während die regulären Stunden vor allem für die Instruktion und der Einführung neuer Lerninhalte sowie Erarbeitungsphasen in Partner- und Gruppenarbeit zur Verfügung stehen, dienen die Lernzeiten der Integration des Lernstoffes durch individualisiertes Arbeiten im eigenen Lerntempo. Hierbei legen die Verantwortlichen Wert auf die Begleitung des Wochenplans durch die Fachlehrer.

Darüber hinaus ist eine weitere Funktion des Ganztags dem zweisprachigen Konzept geschuldet. Schüler der verschiedenen Sprachgemeinschaften bekommen während der Lernzeit die Gelegenheit, ihre Sprachkompetenz unter fachkundiger Betreuung in beiden Sprachwelten weiterzuentwickeln.

Erlebnispädagogische, sportliche und musikalische Aktivitäten
Außerdem bietet die Euregio-Realschule allen Schülern eine pädagogische Übermittagsbetreuung und Aufsicht sowie ergänzende Ganztags- und Betreuungsangebote an. „Diese werden auch durch und gemeinsam mit außerschulischen Partnern angeboten. Die Inhalte umfassen erlebnispädagogische, sportliche und musikalische Aktivitäten, die über unterrichtliche Aspekte hinausgehen. Die intensive Verzahnung des regulären Unterrichts nach der Stundentafel und der intensiven individuellen Begleitung in den Lernzeiten wird unter anderem in der personellen Verschränkung deutlich“, so Falk. Die vernetzte Begleitung ist durch den Einsatz von Lehrkräften gewährleistet, die den regulären Unterricht abdecken.

Die pädagogischen Betreuungsangebote werden darüber hinaus auch von fachspezifisch qualifiziertem Personal ergänzt, das erlebnispädagogische, sportliche und musikalische Aspekte anbietet. Diese sind fakultativ und werden von Schülerinnen und Schülern in Anspruch genommen, die sich entweder für die spezifischen Angebote in besonderem Maß interessieren, oder deren Eltern auf eine Betreuung bis 16 Uhr angewiesen sind.