2 connect Business

E-Commerce bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG: „Hohe Akzeptanz in den Niederlanden“
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Ein Großteil der niederländischen Kunden von ThyssenKrupp Steel Europe nutzen bereits das E-Business Kundenplattform Steel-Online. Das erklärte Dr. Michael Hetkamp, E-Business-Experte in dem Konzern, im Rahmen einer Veranstaltung des INTERREG IV A-Projektes „2 connect Business“. Rund 40 deutsche und niederländische Unternehmer informierten sich in Duisburg über die aktuellen IT-Möglichkeiten im Vertrieb der Stahlindustrie, knüpften Kontakte miteinander – und erfuhren anschließend Wissenswertes über die Bedeutung der Niederlande für Europas größtes Stahlwerk.

Warum E-Business im Vertrieb der Stahlindustrie? „Der wichtigste Hebel in unserem Geschäft ist immer noch der persönliche Kontakt zwischen Kunden und Verkäufern“, erklärte Hetkamp. Die IT sei aber inzwischen zu einer unverzichtbaren Unterstützung geworden. Deshalb hat ThyssenKrupp Steel Europe in den vergangenen Jahren eigene E-Business-Lösungen entwickelt. Das Angebot an Kunden besteht aus zwei Ebenen: einer Online-Plattform (Steel-Online) und dem automatisierten Datenaustausch (EDI). „Ein besonderer Vorteil für Kunden ist die große Transparenz, die beide Lösungen unseren Kunden bietet. Sie können zeitnah verfolgen, wie es um ihre Bestellung steht und danach ihre eigene Logistik punktgenau ausrichten.“ Früher wurden Bestellungen und deren Fortschritt noch größtenteils per Fax ausgetauscht, erhielt der Kunde am Montag den aktuellen Stand seiner Aufträge – „dann war der Rest der Woche meist für Ihn eine Blackbox.“

Die Akzeptanz für beide Angebote ist bereits hoch. „Wir registrieren derzeit 150.000 Zugriffe im Monat auf unserer Kundenplattform. Jeder zweite Benutzer verfolgt seine Aufträge regelmäßig online“, berichtet Hetkamp. Besonders hoch sei die Akzeptanz in den Niederlanden: Im Nachbarland nutzt der Großteil der Kunden Steel-Online. Steigender Beliebtheit bei Kunden erfreut sich auch das Thema des automatisierten Datenaustausch (EDI). Schon heute wird über die Hälfte der Auftragsmenge bei ThyssenKrupp Steel Europe vollautomatisch bestellt.

Anschließend unternahmen die Teilnehmer eine Betriebsbesichtigung über das neun Quadratkilometer große Werksgelände. Zwischen Hafen und Hochofen folgten sie dem Materialfluss bei der Stahlherstellung. Auch hier gab es einen bedeutenden grenzübergreifenden Ansatz: „Alle Rohstoffe erreichen uns via Rotterdam“, erklärte ein Besucherführer. Das benötigte Eisenerz komme aus Brasilien und werde in Rotterdam auf Binnenschiffe umgeschlagen – ein endloser Nachschubstrom über den Rhein. Das Werk, das an sieben Tagen in der Woche im Drei-Schicht-Betrieb arbeitet, benötigt 70.000 Tonnen Eisenerz – pro Tag.

Anekdote am Rande: In den siebziger Jahren wurde in dem Stahlwerk Platz für neue Anlagen benötigt. Doch wohin mit dem entstandenen Aushub? Die Lösung lieferten die Niederlande. „Der Aushub wurde für die Landgewinnung im Ijsselmeer genutzt. Somit laufen die Bewohner der Provinz Flevoland über deutschen Boden.“

Autor: Frank Wöbbeking, mediamixx

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