2 connect Business

Salonfähiger Fetisch - 2 connect Business-Workshop mit Mode-Ikone Lidewij Edelkoort
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Lidewij Edelkoort

„Wir sind alle Fetischisten!“ Zustimmendes Nicken im Saal. Wenn die niederländische Fashion-Forecasterin Lidewij Edelkoort von Fetisch spricht, zielt sie nicht nur auf Bondage oder Latex ab, sondern spricht von menschlichen Urbedürfnissen. Und niemand im Publikum schaut dabei verlegen lächelnd zu Boden. Im Gegenteil: Die Bilder, die Edelkoort während der Veranstaltung „Mode ohne Grenzen“ in schneller Folge an die Leinwand wirft, zeigen die heißesten Trends junger Designer rund um den Globus. Wer da nicht hinschaut, hat rasch den Anschluss verpasst.

Mehr als 50 Teilnehmer aus der niederländischen und deutschen Modebranche waren ins Fashion House Düsseldorf gekommen, um sich auf Einladung des INTERREG IV-A Projekts „2 connect Business“ und der Mode Biënnale Arnhem (M°BA) von Lidewij Edelkoort inspirieren zu lassen. Ihr Thema provoziert: „Fetishism in Fashion“ prophezeit die weltweit bekannte Lifestyle-Expertin für die Zukunft und begründet diesen Trend sogleich mit der Vergangenheit eines jeden Einzelnen: „We are all born in bondages“ - wir alle sind in Fesseln geboren. Und sehnen uns ein Leben lang danach, wieder Bindungen einzugehen, eingebunden zu sein in soziale Netze, Beziehungen und Familien. Nichts Unnatürliches sei also am „Fetisch“, gebunden und geformt sein zu wollen. Mode reflektiere diesen Wunsch – wo sie jung, frei und noch nicht an große Marken gekoppelt sei, zeige sie wie auf der M°BA 2013 unter anderem Bänder, Schnüre, Korsagen, Gummihosen und Schuhe, die den menschlichen Gang ins Absurde verändern.

Während ihres Vortrags gab Lidewij Edelkoort, diesjährige Chefkuratorin der M°BA, weitere Einblicke in die Trends und Designs der Biennale, deren Titel ebenfalls den von Edelkoort gewählten Titel „Fetishism in Fashion“ trägt. Die M°BA versteht sich als Podium, bei dem nationale und internationale Designer, die Modebranche, Modeunternehmer, Modefans und ein breites Publikum aufeinandertreffen. Dieses Jahr steht der Fetisch im Vordergrund, die intensive emotionale Bindung zwischen Träger und Kleidung.

Nach der Präsentation Edelkoorts moderierten Wolfgang May und Frans van der Hoorn von Modint, dem niederländischen Industrieverband für Mode, Raumausstattung, Teppichböden und Textil, unter dem Motto „Amsterdam – Berlin: Keine Nonstop-Verbindung für Fashion-Exporteure!“ einen Workshop zu den Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Möglichkeiten der Märkte in Deutschland und den Niederlanden.

Die Besucher zeigten sich zufrieden und waren besonders von Lidewij Edelkoorts Vortrag begeistert: „Es sind immer wieder überraschende Ein- und Ansichten, die diese intelligente Frau präsentiert“, sagte Sigrid Rittersdorf nach der Veranstaltung. Als Designerin beim Modelabel Ulla Popken lässt sie sich auch bei der eigenen Arbeit von der Trend-Ikone inspirieren. „Lidewij Edelkoort begleitet mich schon länger. Manchmal blitzt hinterher wieder etwas auf, das ich bei eigenen Entwürfen verwenden kann und ich entdecke dann sozusagen einen eigenen kleinen Fetisch!“, gab sie zu und lachte.

Auch Thomas Götz von Intellectual Capital on Demand aus Maastricht war begeistert: „Ich folge Lidewij Edelkoorts Social Media-Plattform ‚Trend Tablet‘ schon lange“, so der selbstständige Unternehmensberater. Edelkoorts Trendvorhersagen würden nicht nur die Modeindustrie beeinflussen, sondern auch in anderen kreativen Branchen richtungsweisend wirken: „Der Name Edelkoort ist auch in der Möbelindustrie ein Begriff.“ Die Veranstaltung in Düsseldorf habe Götz neue Denkanstöße gegeben – auch, was Chancen grenzüberschreitender Kooperationen betrifft, die Projekte wie „2 connect Business“ böten. „Es ist wirklich große Klasse, welche Initiativen dabei entstehen.“

(Mai 2013)

Autor: Linda Fischer, mediamixx GmbH