2 connect Business

"Grenzenlose Pflege" - Workshop beim Health Valley-Event: Freie Arzt- und Therapeutenwahl im Nachbarland
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Pascal Wieners (AOK) informiert zum Stand der Dinge

In den vergangenen Jahren hat sich in der Kooperation zwischen deutschen und niederländischen Gesundheitseinrichtungen viel getan – sowohl für die Patienten, als auch für die Gesundheitsdienstleister wurden zahlreiche bürokratische Hürden abgebaut. Jedoch könnten intensivere Kooperationen zwischen Dienstleistern aus beiden Ländern zu größeren Innovationen bei Behandlung und Pflege führen. So lautete das Ergebnis des „2 connect Business“-Workshops „Grenzenlose Pflege“ im Rahmen des Health-Valley-Events in Nijmegen am 13. März. Unter dem Motto „Make health & innovation work“ hatte sich dort die Gesundheitsbranche zu einem jährlichen Kongress eingefunden und das EU-Projekt leistete mit seinem Workshop einen grenzüberschreitenden Beitrag dazu. Die Sprecher Pascal Wieners von der AOK und John Stevens von der niederländischen Krankenkasse „Centraal Ziekenfonds CZ“ erläuterten den Stand der Dinge ihrer Zusammenarbeit und gaben Empfehlungen für zukünftige länderübergreifende Kooperationen in der Branche.

Grundsätzlich sind deutsche und niederländische Patienten berechtigt, sich im jeweiligen Nachbarland behandeln zu lassen – die Folge eines europäischen Umdenkens in der Politik: Hieß es früher, dass eine Genehmigung „nur erteilt werden kann, wenn...“, heißt es heute: „Ja, außer ...“ Um die grenzüberschreitende Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen zu vereinfachen, haben die AOK und der CZ in der Vergangenheit bereits zahlreiche gemeinsame Verfahren erarbeitet. So besitzen deutsche AOK- und niederländische CZ-Versicherte heutzutage die sogenannte „elektronische GesundheitsCard international“ (eGCi), die Anfang 2013 die vorherige „GesundheitsCard international“ (GCi) abgelöst hat. Damit wird es Praxen und Kliniken ebenso wie Patienten ermöglicht, auf kurzem Wege Genehmigungen für Behandlungen im Nachbarland anzufragen und zu verwalten – eine bedarfsorientierte, grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung ist die positive Folge. Eine einmalige Antragstellung reicht nun, um sämtliche Leistungen – vom Arztbesuchen über die Arznei- und Hilfsmittelbeschaffung bis hin zu Krankenhausaufenthalten – in Anspruch nehmen zu können. Weitere Vorteile für die Dienstleister sind eine unkomplizierte und schnelle (Online-)Abwicklung sowie eine grenzüberschreitende Bezahlgarantie der Versicherer. Die Patienten selbst profitieren neben dem transparenten Verfahren und umfassenden Informationen auch vom Service in allen Geschäftsstellen der Partner im Nachbarland. In Europa gilt diese Zusammenarbeit zwischen AOK und CZ heute als „Best Practice“-Beispiel.

Die grenzüberschreitende Situation der Gesundheitsbranche ist jedoch noch lange nicht perfekt. Aus Sicht der beiden Sprecher ist dies aber kein Manko, sondern ein guter Motor für neue Ideen und Innovationen: Nur wer gezwungen werde, kreativ zu sein um seine Situation zu verbessern, werde sich auch im Nachbarland nach Kooperationspartnern umschauen. Zudem treibe die grenzüberschreitende freie Wahl der Patienten die Dienstleister in eine sowohl preisliche als auch qualitative Konkurrenzsituation, von der am Ende alle nur profitieren könnten. Positive Synergieeffekte gibt es viele: Wissens- und Erfahrungsaustausch, die gemeinsame Betreuung von Patienten oder auch günstigere Preise durch den gemeinsamen Einkauf beim Großhandel. Passend zum Motto der Health-Valley-Veranstaltung „Make health & innovation work“ könne so eine Win-Win-Win-Win-Situation für alle Parteien entstehen.

Autor: mediamixx GmbH